MC18 NOV17x2

Social Media Icons Shop 55

 

 

Criminal Activities

Daten

94 Min., USA 2016

REGIE: Jackie Earle Haley
DREHBUCH: Robert Lowell
PRODUZENTEN: Wayne Rice, Howard Burd, Micah Sparks
KAMERA: Seamus Tierney
MUSIK: Keefus Ciancia
PRODUKTIONSDESIGN: Jennifer Klide


DARSTELLER: Michael Pitt, Dan Stevens, Chrisxtopfer Abbott, Rob Brown, Edi Gathegi, Jackie Earle Haley, John Travolta, etc.

Foto: Tiberius Film Presse

 

Regie: Jackie Earle Haley
Kinostart: 31. März 2016

 

Pulp Fiction-Fans können sich freuen: Ein neuer, fantastischer Thriller ist in den Kinos...

 

Inhalt:

Auf der Beerdigung ihres Klassenkameradens treffen sich vier alte Schulkollegen wieder. Doch unterschiedlicher könnten die vier nach wie vor nicht sein. Nach einem Drink und einem Joint kommen die vier auf die Idee, Geld in Aktien zu investieren, da einer von ihnen, Bryce, einen todsicheren Tipp von seinem Cousin bekommen hat. Noah will das Geld anschaffen und am Ende wollen sie alle das Geld aufteilen. 

Einen Monat später wird die Firma, deren Aktien sie gekauft hatten, platt gemacht und die vier haben auf einmal große Schulden bei dem Mafiaboss Eddie. Der möchte sein Geld natürlich schnellstmöglich wieder sehen. Unter Druck gesetzt entschließen die vier auf Eddies Angebot einzugehen, die Schulden zu vergessen, wenn sie den Neffen eines berüchtigten konkurrierenden Mafiabosses zu entführen. Doch damit reiten sie sich viel tiefer ins Fiasko, als geplant...

 

Kritik:

Pulp Fiction-Fans können sich freuen. Denn mit "Criminal Activities" ist Regisseur Jackie Earle Haley (spielt im Film übrigens den Typen mit der Narbe) ein gerissener Thriller voller Sinn und Unsinn gelungen, der auch nur von hinten zu begreifen ist (wie das Leben - so poetisch). Von Anfang an ist der Film still und heimlich sehr ironisch und realistisch. Obwohl die vier weitaus größere Probleme haben sollten, schlagen sie sich die ganze Zeit noch mit kleinen Nebensächlichkeiten herum ("Meine Verlobte betrügt mich vielleicht..."). Natürlich mischt auch immer ein wenig das FBI mit und auch so fehlen auch nicht die herrlichen Polizei-und-Mafia-Szenen, die typisch für das Genre sind.

Die Story baut sich anscheinend ziemlich durchsichtig, aber unausweichlich auf. In einer Teufelsspirale arbeiten sich die vier immer weiter in den Dreck hinein, in den sie niemals kommen wollten. Dass es so zu einer Entführung kommen könnte und dass diese Vier sich dort so bescheuert verhalten, könnte aus dem echten Leben stammen. Natürlich weiß der Zuschauer es etwas besser und würde zum Beispiel nie die Namen der Mitentführer nennen. Genau das macht auch wieder den Witz des Films aus, denn man fragt sich echt die ganze Zeit, wie die Vier wieder aus dieser Scheiße (Entschuldige die Ausdrucksweise) herauskommen wollen.

Obwohl der Film eine gute Länge von 94 Minuten hat, zieht sich der Film zwischendurch, weil man keine Ahnung hat, wo der Film hinsteuert. Das alles wird durch das geniale Ende wieder revidiert. Manchmal sind die Dialoge auch etwas flaches Slapstick, das soll aber wohl den Charme ausmachen und macht ihn gleichzeitig auch zu einem genialen Abbild des Lebens, nach dem Motto: Wie würdest du reagieren, wenn du in so eine Situation kommen würdest?

Die Schauspieler erfüllen ihr Rollen gut, allen voran natürlich John Travolta als angsteinflößender, aber manchmal auch väterlicher Mafioso, genauso wie Mafiabosse eben sein muss - und dass John Travolta sich seit Pulp Fiction in der Mafia hochgearbeitet hätte, wenn ihn ein anderes Schicksal ereilt hätte, das kann sich sicherlich jeder vorstellen. Gerade deswegen wird der Film sicherlich wieder alle Fans des Klassikers von Quentin Tarantino eine Freude sein.

"Criminal Activities" ist kein einfacher und durchschaubarer Film, wie es zu Anfang vielleicht den Anschein macht. Tatsächlich führt er alle gewitzt und gerissen an der Nase herum. Amateure, die einen Kriminellen entführen und dabei denken, dass sie damit wegkommen - gefüllt mit Alltagsproblemen, Denkfehlern der Kidnapper und einem ziemlich ehrlichen, direkten und bestechenden Entführtem, das macht auch sehr viel Spaß. Für Freunde von Krimifilmen, Pulp Fiction, Fight Club und Co., aber auch für Menschen, die "eigentlich keine Krimis schauen", sehr, sehr empfehlenswert!

Gesehen von Theresa Koehnsen.

 

Banner Regie GK 4000

Banner Regie GK 4000

Weitere neue Artikel

Werden Bilder oder ganze Filme mit der KI generiert, sind die Ergebnisse oft zufällig. Wie schreibt man bessere Prompts und bringt der KI Konsistenz und Verlässlichkeit bei?

Auf der Berlinale 2025 sprachen wir mit der Dänischen Regisseurin und Drehbuchautorin Jeanette Nordahl über ihren berührenden Film "Beginnings"

Das extrem beliebte Genre hat sich durch immer bessere VFX Effekte stark verändert. Kommt mit, wir tauchen da tiefer hinein...

In der Berlinale-Reihe "Panorama" erzählt die Regisseurin in "Schwesterherz" sehr beeindruckend von einem moralischen Dilemma

In der Berlinale-Reihe "Panorama" erzählt der Film "Hysteria" von Dreharbeiten zu einem politischen Thema, die immer schwieriger werden...

Wie arbeiten Grundierung und Puder zusammen und wie korrigiert man Hautunreinheiten, Rötungen und mehr?

Wie betont, wie versteckt man Gesichtspartien durch Konturieren und was ist mit Tattoos?

Zu den Aufgaben des Maskenbilds gehört die richtige Wahl der Farbtöne und die Abstimmung mit Kamera und Licht. Was bedeutet das für die Farbpaletten?

Für ruhige Filmaufnahmen aus der Hand bieten sich Objektiv,- und Sensorstabilisierung an. Welche ist besser oder braucht es die beide?

 Im richtigen Leben möchte man ihnen nicht begegnen,- im Kino sieht es ganz anders aus...

Geheimagenten sind im Kino zu schillernden Figuren geworden, was macht Agentenfilme so attraktiv?

Wie kommt das Alter auch jenseits romantisierender Almöhi- oder Harald & Maude Geschichten realistisch im Kino vor? Eine Suche...