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Film Museen 5000

Für die Menschen hatten die alten Kameras und Projektoren eine Magie, die ihnen nicht selten bis heute innewohnt...

 

Eigentlich logisch, dass Film als eigenständige Kunstform auch eigene Museen hat,- wir haben uns umgeschaut. Doch was genau stellt man da aus? Die Filme selbst sind ja in anderen Zusammenhängen zu sehen, doch manche Filmmuseen haben zugleich auch Filmarchiv und ein Kino, nicht selten ist das dann das kommunale Kino der Stadt.

Oder stellt man das Equipment aus, mit dem früher Filme gedreht und bearbeitet wurden? Oder die Kostüme, wichtige Requisiten, Ausstattungselemente? Macht man die Tonebenen, die Filmmusik hörbar? Die Drehbücher oder Storyboards sichtbar? Nutzt man Installationen an denen die Museumsbesucher vereinfacht Arbeitsprozesse der Filmherstellung, wie beispielsweise die Filmtonmischung oder die Farbkorrektur nachempfinden können? Stellt man Greenscreen Situationen zur Verfügung um die Grundprinzipien von VFX zu erklären? Eigentlich könnte man alles mit Ja beantworten.

Filme können so komplex sein, dass man sich wirklich fragen muss, was davon man ausstellen kann und sollte. Man glaubt es gar nicht, wie wichtig der Film als neu erfundenes Medium Ende des 19ten Jahrhunderts für unsere Kultur wurde. Und dennoch wurden viele Objekte und Originale dieser bis heute andauernden und nun digital fortgeschriebenen Erfolgsgeschichte zerstört, entsorgt, für immer vernichtet. Man geht davon aus, dass die Mehrheit aller je produzierten Stummfilme verloren gegangen sind. Filmmuseen in der ganzen Welt halten das, was von all dem noch erhalten blieb, häufig Sammlungen von Kostümen, Drehbüchern, Kameras, Postern und mehr für ihre Besucher bereit. 

 

Fotomuseum Wien 4000

Zoetrope im Wiener Museum für Fotografie

 

Nicht alles, was sich Filmmuseum nennt, ist wirklich von Bedeutung, wie so oft kommt es auch auf die Kuratierung und selbstverständlich auch auf die Exponate an. Nicht jede alte Kamera und jeder alte Projektor die mit analogem Film arbeitete, hat automatisch filmgeschichtliche Bedeutung. "Irgendwas mit Film" gilt auch in diesem Bereich als zu beliebig.

Zu den größten und bedeutendsten Sammlungen gehört das Museum of the Moving Image (MoMI) – New York, welches auch Requisiten aus legendären Filmen wie "The Wizard of Oz" und "Star Wars" und jede Menge alte Filmtechnik präsentiert. In Europa ist sicherlich die Cinémathèque Française – Paris von großer Bedeutung, sie wurde von Henri Langlois gegründet und zeigt neben Kameras, Projektoren, Kostümen und Filmplakaten auch Requisiten aus Filmen von Georges Méliès. In Italien ist das Museo Nazionale del Cinema – Turin, erwähnenswert, auch hier werden wichtige Kameras, Filmplakate und mehr ausgestellt und natürlich auch Requisiten und Kostüme aus Filmen großer italienischer Regisseure wie Federico Fellini. Nicht unerwähnt bleiben darf hier ein zauberhaftes kleines privates Filmmuseum in Venedig, die "Fabrik des Sehens".

 

Venedig Filmmuseum 1 1600

Carlo Montanaro, Filmprofessor und Sammler historischer Filmgeräte

 

Es ist der Weitsicht einiger Fachleute, Fans und manchmal auch kluger Kulturpolitik zu verdanken, dass es zahlreiche, oft wenig bekannte Sammlungen und Museen gibt, in denen sich die kleinen und großen Geschichten rund um das Kino auch heute noch anschauen lassen.

Wir haben einige gelistet, die zum Teil auf private Initiativen zurückgehen, zum Teil staatlich betrieben werden, stets mit großer Sorgfalt der Verantwortung gerecht werden, unser Kulturgut Film & Kino weiterhin erfahrbar zu machen. Ein Besuch lohnt sich allemal.

 

Museum für Film und Fernsehen Berlin

(Hier werden unter anderem Teile der Sammlungen der Stiftung Deutsche Kinemathek gezeigt. Derzeit geschlossen wegen Umzugs)

 

Filmmuseum Düsseldorf

(Von den frühen ersten Filmaufnahmen bis hin zu modernen Spezialeffekten werden die vielfältigen Aspekte des Mediums vermittelt. Interaktive Erfahrungen und ein nachgebautes Hollywoodstudio gehören zu den Attraktionen. Der Autor dieses Artikels hat dem Museum einige Exponate geschenkt und mehrere interaktive Installationen entwickelt)

Filmmuseum Düsseldorf, Schulstraße 4 40213 Düsseldorf, Telefon 0211 - 8992232

 

Filmmuseum Frankfurt

(Das Deutsche Filminstitut und Filmmuseum in Frankfurt ist wahrscheinlich das größte in Deutschland. Auf zwei Stockwerken und rund 800 Quadratmetern präsentiert die Dauerausstellung spannende Exponate, bedienbare Modelle historischer Apparaturen und interaktive Stationen. )

 

Filmmuseum München

(Das Münchner Filmmuseum ist vor allem ein Kino, einige Filmexponate finden sich auch in Ausstellungen des Stadtmuseums. Derzeit wegen Umbauten geschlossen)

 

MuMa-Forum

(Schwerpunkte auf Regisseur F.W. Murnau und Filmtechniker Joseph Massolle der das Lichttonverfahren mit entwickelte,- beide gebürtig in Bielefeld) 

Walter-Werning-Straße 9, 33699 Bielefeld, Telefon: 0521 92 80 150, www.muma-forum.de

 

Medienarchiv Bielefeld, Frank-Becker-Stiftung

Hierbei handelt es sich um die umfangreichste private Film- und Ton-Sammlung in Deutschland. Über 100.000 Filmrollen und viele einzigartige Ton- und Druck-Medien sowie Kinotechnik und Filmequipment werden hier aufbewahrt.

Hauptstraße 94, 33647 Bielefeld, Telefon: +49 521 442489, www.medienarchiv-bielefeld.de

 

Österreichisches Filmmuseum Wien

(Das Österreichische Filmmuseum zeigt vor allem Filme, es gibt aber auch filmgezogene Sammlungen in welchen Materialien von der ersten Filmidee über die Herstellung bis zur Vermarktung und öffentlichen Präsentation aufbewahrt und restauriert werden. 

Österreichisches Filmmuseum, Augustinerstraße 1, 1010 Wien

 

Cinémathèque Suisse, Lousanne

(Sie umfasst nicht nur Filme, sondern alles, was mit der Filmkunst und audiovisuellen Medien in der Schweiz zu tun hat.

Casino de Montbenon, Case postale 5556, 1002 Lausanne, Telefon: +41 (0)21 315 21 70

 

Chaplin’s World, Corsier-sur-Vevey

(Das Museum ist dem Leben und Werk des britischen Komikers, Schauspielers, Regisseurs und Komponisten Charlie Chaplin gewidmet. Es ist in der historischen Villa Manoir de Ban untergebracht, die von 1953 bis zu seinem Tod 1977 als Chaplins Wohnsitz diente.)

Rte de Fenil 2, 1804 Corsier-sur-Vevey

 

Lichtspiel - Kinemathek Bern

(Es entstand im Frühsommer 2000, als der Verein Lichtspiel die bedrohte kinematografische Sammlung des verstorbenen Berner Kinotechnikers Walter A. Ritschard übernahm. )

Sandrainstrasse 3,, 3007 Bern, Telefon: +41 31 381 15 05

 

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