MC18 NOV17x2

Social Media Icons Shop 55

Smile & Wave

 

Smile and Wave

Wettbewerb

 

Regie: Marijke Jongloed

 

"Smile and Wave" lautete der Name der Mission, die die Niederländer in Afghanistan ausführen sollen. Anwesend sein, Patroulliern, Überprüfen, die einheimischen Truppen versorgen, Lächeln, Winken, nichts tun, zusehen. Mehr dürfen sie nicht machen, mehr ist ihnen nicht erlaubt, da sie im Rang unter den afghanischen Truppen stehen.

Bei einer Studentenrevolte, als mehrere Studenten von der Polizei erschossen oder verletzt wurden, mussten sie zusehen. Sie besuchten Frauen, die mit teilweise Neugeborenen im Gefängnis sitzen. Alle sind bis zu acht Jahre verurteilt und müssen ihre Kinder hinter Gittern aufwachsen sehen. Die Gründe: Sie haben sich gegen ihre misshandelnden Ehemänner zur Wehr gesetzt oder sich scheiden lassen. Sie werden nun dafür bestraft, nicht die Ehemänner. Eingreifen können die Niederländer auch hier nicht, sie können Beschwerden einreichen, aber die werden nichts nützen, da die Gesetze, die im Land herrschen, die oberste Gültigkeit haben.

Die Dokumentation bietet einen Einblick in das derzeitige Weltgeschehen in Afghanistan und in den täglichen Tagesablauf der dort stationierten ‚fremden Truppen' - ständig unterwegs, Geschenke and die obersten der afghanischen Polizei und Armee verteilen, wenig Schlaf, ständig Bombendrohungen, Poster nackter Frauen in den Zelten, Jeep fahren, nach Hause telefonieren, Fernsehen, warten wieder nach Hause zu können - und der Übersetzer, die Ihnen zur Seite gestellt sind - ständig kontrolliert werden, stundenlang anstehen um kontrolliert zu werden, übersetzen, Gespräche mit den niederländischen Soldaten über Kultur, Frauen, Sex.

Doch geht es nicht nur um die Einsätze der Soldaten, viel wichtiger ist es der Regisseurin Marijke Jongloed die Soldaten selbst zu Wort kommen zu lassen. Sie plaudern über ihren Alltag, wie lang sie hier sind und noch bleiben müssen, dass sie schwangere Freundinnen zu Hause haben, die auf sie warten, dass sie mehr Action wollen oder dass sie nur da sind um ihre Pflicht zu erfüllen oder um den Menschen zu helfen. Sie sind sauer, dass sie bei den Missständen nicht eingreifen können, freuen sich, dass die Menschen wieder einigermaßen zu ihrem Alltag zurückkehren konnten und dass die Kinder wieder auf der Straße spielen, mit lachenden Gesichtern.
Eine interessante Dokumentation, die einem einen ganz anderen, tieferen Einblick in das Krisengebiet Afghanistan gewährt, als es die Nachrichten jemals tun könnten oder würden.

 

Gesehen von Kathrin Metzner

 

Banner Regie GK 4000

Banner Regie GK 4000

Weitere neue Artikel

Werden Bilder oder ganze Filme mit der KI generiert, sind die Ergebnisse oft zufällig. Wie schreibt man bessere Prompts und bringt der KI Konsistenz und Verlässlichkeit bei?

Auf der Berlinale 2025 sprachen wir mit der Dänischen Regisseurin und Drehbuchautorin Jeanette Nordahl über ihren berührenden Film "Beginnings"

Das extrem beliebte Genre hat sich durch immer bessere VFX Effekte stark verändert. Kommt mit, wir tauchen da tiefer hinein...

In der Berlinale-Reihe "Panorama" erzählt die Regisseurin in "Schwesterherz" sehr beeindruckend von einem moralischen Dilemma

In der Berlinale-Reihe "Panorama" erzählt der Film "Hysteria" von Dreharbeiten zu einem politischen Thema, die immer schwieriger werden...

Wie arbeiten Grundierung und Puder zusammen und wie korrigiert man Hautunreinheiten, Rötungen und mehr?

Wie betont, wie versteckt man Gesichtspartien durch Konturieren und was ist mit Tattoos?

Zu den Aufgaben des Maskenbilds gehört die richtige Wahl der Farbtöne und die Abstimmung mit Kamera und Licht. Was bedeutet das für die Farbpaletten?

Social Media droht inzwischen dank Künstlicher Intelligenz Millionen von Menschen durch genau kalkulierte Meinungsverschiebungen zu beinflussen...

Für ruhige Filmaufnahmen aus der Hand bieten sich Objektiv,- und Sensorstabilisierung an. Welche ist besser oder braucht es die beide?

 Im richtigen Leben möchte man ihnen nicht begegnen,- im Kino sieht es ganz anders aus...

Geheimagenten sind im Kino zu schillernden Figuren geworden, was macht Agentenfilme so attraktiv?