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MTM24 Caos Clearety Anna Rosling Roennlund 5000

Anna Rosling Rönnlund rückt jede Menge Fehlannahmen zurecht

 

Nebenrealität

Auch am zweiten Tag nähern sich die Medientage ihrem Motto "Realities" weiter an. Wir haben wieder einige der Veranstaltungen besucht.

Bereits der erste Vortrag hat es in sich. Es geht um die Frage wie glücklich, wie zufrieden die Menschen sind und weshalb sie es vielleicht nicht sind und ob das ein berechtigter Eindruck ist. "From Chaos to Clarity" nannte Referentin Anna Rosling Rönnlund ihren Vortrag, der die Unterzeile hatte "Transforming Perceptions in a Negativity-Driven World". Die Wahrnehmung der Welt sei oftmals viel zu negativ.

Die unabhängige Schwedische Stiftung "Gapminder" die sie gemeinsam mit Ola und Hans Rosling 2005 gegründet hat, untersucht das Phänomen verfälschter Weltsichten und korrigiert diese durch eine faktenbasierten Weltbetrachtung. Was Anna Rosling Rönnlund da an Visualisierungen faktenbasierter Statistiken auf die LED-Wall geworfen hat, widerlegte eigentlich alles, was Menschen so über die Welt und die gefühlte Qualität ihres Lebens so denken.

In praktisch allen Bereichen hat sich die Welt und haben sich die Lebenssituationen von Menschen im Mittel in den vergangenen fünfzig Jahren dramatisch verbessert. Und gleichzeitig haben viele Menschen das Gefühl, alles sei schlechter geworden. Je besser es den Menschen tatsächlich geht, desto schlechter empfinden sie die Welt. Ganz gleich ob es um Co2 Emissionen der Industrieländer, um Kindersterblichkeit, um Alterssterblichkeit geht,- welche Statistik auch immer die Referentin im zeitlichen Vergleich der letzen Jahrzehnte präsentierte, es gab nur Verbesserungen.

Wie verstörend, dass ausgerechnet an einem solchen Punkt der Weltoptimierung so viele Menschen unzufrieden sind und gegen Alles und Jedes protestieren. Sicher hat das auch mit unserer Wahrnehmung zu tun. Probleme, Schwierigkeiten, Krisen werden uns von den Medien so massiv präsentiert, dass diese eine übergroße Bedeutung in unserer Wahrnehmung bekommen, während über Positives sowieso kaum berichtet wird. Ob es Suizide sind, die Zahl der Einwanderer in westliche Länder, ganz gleich, welche Einschätzung von der Stiftung abgefragt wurde, überall lagen die Teilnehmer an der Studie daneben und haben Probleme exorbitant größer gemacht, als diese tatsächlich waren.

Das nüchterne Fazit der Referentin,- das menschliche Gehirn sei wenig geeignet, Fakten korrekt zu bewerten, ergänzt sie mit der Einschätzung, dass die Künstliche Intelligenz Daten viel besser bewerten könne, als wir Menschen.

 

Da kommt was auf uns zu...

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Richard Gutjahr breitet einen Fächer einschneidender Veränderungen durch KI aus

 

Moderator und Journalist Richard Gutjahr hat unter dem Motto "Synthetische Wahrheiten" versucht, die Zuhörer wachzurütteln und ihnen Spitze des Eisberges kommender technologischer Veränderungen aufzuzeigen, die unser Leben verändern werden.

So werden, so Gutjahr, schon bald alle im Berufsleben stehenden Menschen einen eigenen Avatar besitzen, der aus dem eigenen Abbild und der eigenen Stimme generiert, stellvertretend beispielsweise an Zoom-Meetings teilnehmen wird. Auf diese Weise können  man an diversen Meetings parallel präsent sein und die KI fasse einem die Ergebnisse des jeweiligen Meetings auch noch zusammen.

Er gehe auch davon aus, dass es bald auch Avatare von prominenten Persönlichkeiten geben wird, die etwa wie eine authorisierte Taylor Swift Generierung als persönliche Beratung dienen könnten. In diesem Zusammenhang erwähnte der Referent auch das Generieren von Avataren Verstorbener aus Fotomaterial.

Auch die Datenbrillen, welche aktuell noch etwas klobig und schwer daherkommen, würden, so Gutjahr, bald schon leicht, unauffällig und zu unverzichtbaren Hilfsmitteln werden, die einen spielerisch mit Informationen versorgen könnten und die man vermisse, sobald man die Brillen wieder absetzen würde.

Was die Medien angeht, so stellt der Journalist einen entscheidenden Wandel fest. Während früher Auflagenstärken im Print, Einschaltquoten beim Fernsehen und Klickraten im Internet die wichtigste Größe der Einschätzung ihrer Bedeutung waren, sei inzwischen Vertrauen der Menschen in den Medienkanal die wichtigste Währung. Die bisherige Medienwelt, das Newsbusiness ist ein Auslaufmodell. Das Produkt sei nicht mehr der Beitrag, die Meldung, das Produkt sei Vertrauen. Diese Lektion müssen die Medienmacher erst noch lernen.

 

Storytelling in der Krise?

MTM24 Storytelling Kino Beatrice Osuji 4000

Von Links: Beatrice Osuji (Movieplot) & Schauspielerin Nadja Gallera (Nerdzika)

 

Unter diesem Motto diskutierten Moderator Ren Kühn und Beatrice Osuji (Movieplot) sowie der Schauspielerin Nadja Gallera (Nerdzika) über Kino, gefloppte Mainstream Filme, Empfehlungen und die Hoffnung, dass das echte Kinoerlebnis im dunklen Saal wieder wichtiger werde für die Menschen.

 

Preisträger der blauen Panther

MTM24 Blauer Panther Ley Lorenzen 4000

Von Links: Raymond und Hannah Ley sowie Jan Lorenzen

 

Preisträger aus dem Bereich Kultur und Bildung wurden auf der Green Stage vorgstellt. Jan Lorenzen wurde für seine ARD Produktion „Wir waren in der AfD – Aussteiger berichten“, Hannah und Raymond Ley wurden für „Ich bin! Margot Friedländer“ ausgezeichnet. Das Gespräch mit den Filmemachern moderierte Torsten Zarges.

 

MTM24 User Centric Era Evan Shapiro 4000

Evan Shapiro und sein Vortrag "Thriving the User"

 

Dass auf Grund der Digitalisierung eine völlig neue Medienlandschaft entstanden ist, spüren Öffentlich Rechtliche wie Private Fernsehsender immer deutlicher. Es gibt längst nicht nur das lineare Fernsehen. Streamingdienste bieten Filme, Serien, Comedy oder Sport in unzähligen Varianten an. Doch selbst diese müssen sich eine gänzlich neuen Aufgabe stellen, nämlich der "User-Centric Era" der Medien.

Evan Shapiro referierte darüber, wie das neue Publikum der medialen Zukunft aussehen wird, wie es seine Medien eigenständig verwaltet und wie die User künftig in den Mittelpunkt gestellt werden.

 

Hier findet Ihr unsere Medientage- Berichterstattung zum Tag 1 oder zum Tag 3  

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